Römische Glasmacherkunst
hieß der Stettfelder Abendvortrag am 27.01.2010 mit dem Film
Die Herstellung von Repliken Römischer Gläser Im Bayerischen Wald
Vor der Vorführung gab unser Mitglied Gerhard Niggemann einen Überblick über die Glasherstellung allgemein sowie die Herstellung von Repliken römischer Gläser im Besonderen.
Walter Speicher aus Neustadt/Weinstr. erläuterte anschließend zum 1991 gemeinsam gedrehten Film aus der Glashütte Poschinger in Frauenau, wie aufwändig die handwerkliche Herstellung solcher Nachahmungen römischer Gläser auch mit modernen Hilfsmitteln ist. Am Beispiel von vier verschiedenen römischen Gläsern aus dem 1. bis 4. Jhdt, die im British Museum in London ausgestellt sind und im Auftrag der CCAA Glasgalerie Köln nachgefertigt wurden, zeigten sie jeden Arbeitsgang von der Herstellung der Holzform bis zum Durchlaufen des Kühlofens. Besonders beeindruckend war die Ergänzung der jeweiligen Grundform um Rippen, Henkel, Füße, Noppen und viele andere Applikationen. Die anschließende Nachbearbeitung mit moderner Technik rundete die Information über die Produktion selbst ab. Als Zugabe wurde die Auswechselung der Glashäfen (Behälter für die Glasschmelze) gezeigt, die zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch per Muskelkraft vorgenommen wurde.
Die Filmaufnahmen aus dem Jahr 1991 wurden durch einige aktuelle Fotos und Kommentare ergänzt.
Der Eindruck bei allen Zuschauern war, dass die Herstellung der römischen Originale um ein Vielfaches schwieriger war, weil die moderne Technik fehlte. Anhand dieses Films vermag man erst den großen Wert der Originale zu ermessen, bei deren Herstellung sicher enorm viel mehr Zeit aufgewendet wurde und erheblicher Ausschuss zu beklagen war.
Im anschließenden Vortrag über Neuere Römische Glasfunde aus der Pfalz wurden Glasfunde der vergangenen Jahre aus dem Bereich der Vorderpfalz vorgestellt. Insbesondere die Funde hochwertiger Gläser des 4. Jhdts. aus den Gräberfeldern der Villa Rustica Wachenheim und Gönnheim zeigen einen hohen Standard der Grabbeigaben. Ergänzt wurde das Referat um Erläuterungen zu den noch nicht abgeschlossenen Grabungen anhand von aktuellen Grabungsfotos.
Die anschließende rege Diskussion bewies, dass der Vortrag bei allen Zuhörern gut angekommen war.
Eine reichhaltige Auswahl an Muster-Repliken konnte anschließend von den rund 50 Teilnehmern in Augenschein genommen und auch „begriffen“ werden. 
Römische Gläser – Kunstwerke in vielfältigen Formen und Farben