Kirchenbaukunst der Romanik
Unter diesem Titel hat Armin Becker aus Sandhausen am 16.12.2009 in der Reihe der Stettfelder Abendvorträge einen Lichtbilder-Vortrag von ganz besonderer Art gehalten.
Vor knapp 60 höchst interessierten Besuchern hat er die Gestaltungsvielfalt der romanischen Baukunst an einer Vielzahl von Bildbeispielen überzeugend dargestellt. Er ging dabei sowohl auf die Ursprünge dieses mittelalterlichen Baustils ein als auch auf die Übergänge zur ablösenden Gotik. Doch ist es kaum möglich, einen einheitlichen romanischen Baustil ergänzend zum allgegenwärtigen Rundbogen zu beschreiben. Abhängig vom Standort der Kirche und dem Zeitpunkt ihrer Errichtung ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher ergänzender Stilelemente, die sich sowohl im Grundriss als auch in der Ausschmückung und Höhe der Bauten zeigen.
Eins steht aber fest: das anfängliche Vorbild für diese sakrale Baukunst war ausgerechnet die römische Basilika, ein ausgesprochener Profanbau. Man versucht dies heute durch politische Motive zu erklären, wollten doch die neuen germanischen Herrscher nach dem Untergang des spätantiken weströmischen Reichs unbedingt den Baustil der Römer kopieren, um sich auch in ihren sakralen Bauten als die rechtmäßigen Nachfahren der römischen Herrscher darzustellen. Außerdem haben die Christen nach ihrer offiziellen Anerkennung im römischen Reich nach Gotteshäusern gesucht, die die Versammlung der Gläubigen bei gemeinsamen Gottesdiensten zuließen. Die Tempel der bisherigen römischen Gottheiten waren hierfür meist ungeeignet. Folgerichtig waren die ersten christlichen Kirchen umgewandelte Basiliken und die späteren romanischen Kirchen recht streng an den Baustil der Basilika angelehnt. Sie kopierten in den Eingangsportalen sogar die römischen Triumphbögen. Allerdings wurde der ursprünglich in der Mitte einer Längswand gelegene römische Haupteingang auf die westliche Schmalseite der west-östlich ausgerichteten christlichen Basilika verlegt.
Im Laufe der folgenden Jahrhunderte vom 10. bis etwa zum 13. Jhdt. wandelten sich die romanischen Kirchen von strengen noch recht niedrigen Hallenbauten mit flacher hölzerner Deckenkonstruktion hin zu mehrgeschossigen Bauten mit Querschiffen, eindrucksvollen Türmen und an die Ostfront angebauten Apsiden. Der Grundriss wurde zum Kreuz, dem christlichen Symbol.
Im Übergang zur Gotik wurden die Bauten höher und die Deckenkonstruktion wandelte sich zur steinernen Gewölbedecke, die im Westen schon früh, im Osten später eingeführt wurde. Dies hatte sicher seinen Grund in der leichten Brennbarkeit hölzerner Dachstühle, zeigt aber auch, wie sich der kastenförmige und strenge romanische Baustil langsam zur eleganteren und verspielteren Gotik wandelte. 
Beispiel St. Maria im Kapitol in Köln aus dem 11. Jhdt.
Beispiel Groß St. Martin in Köln aus dem 12. Jhdt.
Beispiel Sulzburg aus dem 10. Jhdt.
Beispiel Santa Sabina Rom aus dem 5. Jhdt.