Der Theaterabend am 31.10.2009
„Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“ Genau so ergeht es dem Athener Geschäftsmann Theopropides als er nach längerer Reise unerwartet zurückkehrt. Nach einigem Hin und Her muss er erfahren, dass sein Sohn Philolaches sein Vermögen mit Freunden und Gespielinnen durchgebracht hat. Drahtzieher aller Irrungen und Wirrungen, die sich aus der Verschleierung des ausschweifenden Lebens mit Hilfe eines angeblichen Gespensterfluches ergeben, ist der Sklave Tranio. Die „Mostellaria“ (Gespensterkomödie) stammt aus der Feder des römischen Komödiendichters Plautus, dessen Stücke im antiken Rom als „Griechenkomödien“ galten, weil er seine Vorlagen der hellenistischen Komödie entnahm. Soweit die Einordnung einer nicht alltäglichen Theateraufführung in der Mehrzweckhalle Stettfeld vor rund 250 Gästen.
Alle verfolgten gespannt die gekonnt vorgetragene geschichtliche Einführung von Reinhold Häcker, Vorstandsmitglied des Freundeskreises Römermuseum Stettfeld. 
Reinhold Häcker bei seinem Vortrag
Dann öffnete sich der Vorhang und ein amüsantes Schauspiel nahm seinen Lauf. Unter der Regie von Anne Sessler vom Bruchsaler Amateurtheater „die koralle“ führten Koralle-Darsteller gemeinsam mit Mitgliedern des Freundeskreises Römermuseum die „Mostellaria“ in gekürzter Fassung auf. Die Zuschauer schmunzelten über den „Beim Herkules“-Schwur „Mehercle“ des Sklaven Grumio, der die miserable Ausgangslage gleich zu Beginn anprangerte. 
Grumio (Walter Scholer) schwört beim Herkules „Mehercle, Mehercle“
Eindrucksvoll der Pantomime, der zwischen den Einzelaktionen die jeweilige Stimmung ausdrückte. Besonders überzeugte Ingrid Heiler, die der Hauptfigur Tranio mit Gestik und Mimik einen wunderbar verschlagenen Charakter verlieh. 
Der Pantomime (Helmut Geider) als Alleinunterhalter mit akustischer Untermalung während der Szenenwechsel
Theopropide(Helmut Dörflinger), der verlogene Diener Tranio (Ingrid Heiler) und der Wucherer (Helmut Geider)
Natürlich applaudierten alle bei den Auftritten der „Lokalmatadoren“ Helmut Dörflinger als enttäuschtem Vater Theopropides und Michael Schimmelpfennig als feierfreudigem, aber letzen Endes die Zeche zahlenden Freund Callidamates. Beide Mitglieder des Freundeskreises überzeugten als Laiendarsteller mit überragendem, textsicherem Schauspiel. 
Theopropides (Helmut Dörflinger), Callimadates (Michael Schimmelpfennig) und Tranio (Ingrid Heiler) im Vordergrund, Philolaches am Fenster und die Gespielinnen im Hintergrund
Das Stück habe viel Raum gelassen für eigene Ideen, vor allem aber habe das gesamte Ensemble „mit viel Freude daran gearbeitet“, so Anne Sessler, bei der sich Michael Schimmelpfennig mit einem Blumenstrauß für ihre erfolgreiche Arbeit bedankte. 
Michael Schimmelpfennig bedankt sich bei Anne Sessler für die erfolgreiche Regie
Aus der Hand von Michael Schimmelpfennig und vom zweiten Vorsitzenden Helmut Hess erhielten alle so überaus engagierten Darsteller als Geschenk die Kopie eines römischen Schälchens aus Terra Sigillata, wie es als Original im Stettfelder Museum zu finden ist. 
Michael Schimmelpfennig verteilt Terra Sigillata-Schälchen als Geschenk an die Darsteller