Jahresausflug am 17.09.2006 nach Mengen-Ennetach und zur Heuneburg

In diesem Jahr ging der Busausflug in Richtung Sigmaringen. Das erste Ziel war das 2001 eröffnete Römermuseum Mengen-Ennetach, in dem vor allem Funde aus dem Kastell auf dem Ennetacher Berg und der römischen Siedlung im Bereich des heutigen Ennetach gezeigt werden. Funde aus der Bronzezeit und aus der keltischen Viereckschanze ergänzen das Inventar.
Das Museum bietet darüber hinaus sehr anschauliche Informationen zur archäologischen Methodik und dem täglichen Leben in römischer Zeit.
Kompetente Führer haben uns durch’s Museum begleitet und uns sowohl mit den spezifischen Funden aus der Umgebung als auch mit den didaktisch gekonnt aufgebauten allgemeinen Themen vertraut gemacht.
Das Museum konnte dank einer EU-Fördermaßnahme sehr anspruchsvoll ausgestattet werden und erhielt für seine Konzeption bereits verschiedene Auszeichnungen.

Nach einem musealen Mittagessen im Römermuseum war die nächste Station die keltische Heuneburg beim heutigen Hundersingen, von der angenommen wird, dass sie bereits als keltische Stadt Pyrene an der oberen Donau vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot erwähnt wird.
Die Heuneburg liegt auf einem flachen Bergrücken oberhalb des linken Donauufers. Schon 1921 fanden erste Grabungen auf der Heuneburg statt, die in unregelmäßigen Zeitabständen bis in die heutige Zeit fortgesetzt wurden. Zum Vorschein kamen Siedlungsspuren vom Ende der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter. Herausragend waren jedoch die Reste einer Siedlungs- und Befestigungsanlage aus dem 6. und 5. Jhdt. vor Chr., aus der sogenannten Hallstattzeit. Die burgähnlich befestigte Siedlung, mit einer Mauer aus luftgetrockneten Lehmziegeln umgeben, stand in enger Verbindung mit einer unbefestigten Außensiedlung. Das gesamte offensichtlich von Kelten besiedelte Areal umfasste rund 25 ha. Wegen seiner Größe und den außergewöhnlichen Funden ist von einem bedeutenden Zentrum der Kelten mit weitreichenden Handelsverbindungen bis in den Mittelmeerraum auszugehen. Die zum Teil rekonstruierten Keltenbauten auf der Heuneburg und das zugehörige Museum in Hundersingen mit beispielhaften Funden auch aus Hügelgräbern der Umgebung zeigen einen hervorragenden Querschnitt durch die kulturellen Leistungen der keltischen Bevölkerung.
Unter fachkundiger Leitung konnten wir erfahren, dass die keltischen Vorfahren uns mehr hinterließen, als gemeinhin angenommen. Sie waren bereits sesshaft und mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt, als die meisten germanischen Völker noch als Nomaden lebten. Leider gibt es von Ihnen keine schriftlichen Überlieferungen und nur meist abwertende Beurteilungen durch Griechen und Römer.