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  RÜckblick    Berichte 2018    22.02.2018  

Olba im Rauen Kilikien - Tempelstaat zwischen hellenistischer und römischer Herrschaft

m 22. Februar 2018 hielt Dr. Norbert Kramer aus Heidelberg vor knapp 40 Zuhörern einen Vortrag über das Priesterfürstentum von Olba im Rauen Kilikien (Südtürkei), welches zu den sogenannten „Anatolischen Tempelstaaten“ zählte.

1854 erstmalig forschungsgeschichtlich erwähnt, lagen die Ursprünge des Doppelortes Olba-Diokaisareia in vorhellenistischer Zeit. Damals befand sich ca. 5 km westlich von Olba, die zentrale Kultstätte für den Wettergott Tarhunt. Vor allem durch die Umwandlung des alten einheimischen Kultes in einen Zeuskult und den Bau eines neuen, monumentalen griechischen Tempels für Zeus Olbios im späten 3. Jh. v. Chr., zeigten die Priesterfürsten ihre Fähigkeit, mit den geänderten Verhältnissen umzugehen.

Ausgangspunkt der Hellenisierung, war die nur 30 km entfernte Königsstadt des Seleukos, Seleukia. Die inzwischen dynastischen Priester waren nun die Herrscher von Olba, die sich nicht nur Bauten im griechischen Stile zulegten, sondern auch noch eine entsprechende griechische Gründungslegende und griechische Namen wie Aias oder Teukros.

Ähnliches spielte sich dann noch einmal in römischer Zeit ab, als die regionalen Machthaber um die Zeitenwende eine neue Stadt mit neuen Straßen und Podiumstempel um das Heiligtum herum gründeten, die schon durch ihren Namen „Diokaisareia“ eine Huldigung an den Kaiser in Rom darstellte. Durch derartige Strategien gelang es den olbischen Priesterherrschern, die sich laut Auskunft der örtlichen Münzprägungen im Laufe des 1. Jh. den Titel „Basileos“ = (Klientel-) König zulegten, ihr Gebiet bis in die zweite Hälfte des 1. Jh. hinein vor einer direkten römischen Herrschaft zu bewahren.