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Berichte zu den Veranstaltungen des Freundeskreises Römermuseum
Hannibal ad Portas
Besuch des Badischen Landesmuseums Karlsruhe am 13.11.2004
Mit 13 Teilnehmern hat der Freundeskreis eine höchst interessante Führung durch die sehenswerte Sonderausstellung veranstaltet.
Eindrucksvoll war die ausführliche Darstellung der Welt der Phönizier, Punier, Karthager anhand von archäologischen Funden und Literaturzeugnissen der Griechen, der Römer und auch aus der Bibel (Kanaanäer). Die aus dem heutigen Libanon (Tyros und Sidon) stammenden Phönizier (der Name ist mit dem griechischen Wort für Purpur verwandt) haben sich als Seefahrer und Händler im südlichen und westlichen Mittelmeer seit etwa 1000 v. Chr. ausgebreitet. Sie haben ihre Sitten und Gebräuche sowie ihre Götterkulte von den sie umgebenden Kulturen der Ägypter, Assyrer, Hethiter, Griechen übernommen und ihren Gegebenheiten angepasst. Ihre Anpassungsfähigkeit und Zielstrebigkeit erlaubte ihnen, sich im westlichen Nordafrika, im heutigen Spanien, auf den Balearen, in Sizilien und Sardinien festzusetzen und kleine Stadtstaaten zu gründen. Schließlich entwickelte sich Karthago um etwa 500 v. Chr. zur führenden politischen Größe, mit dem die anderen phönizischen Siedlungen verbunden waren. Die Auseinandersetzung mit den Römern war vorprogrammiert und fand ihren Ausdruck in 3 Punischen Kriegen im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr., die immer mit dem Sieg der Römer über Karthago endeten. Nach dem 3. Punischen Krieg wird Karthago 146 v. Chr. total zerstört. Das hat zur Folge, dass in Karthago selbst nur wenige Zeugnisse der Karthager bei Ausgrabungen gefunden wurden. Dagegen wurden die Archäologen seit den 1970er Jahren in kleineren Siedlungen in Nordafrika, Spanien, Sizilien und Sardinien fündig. Sie konnten aus den Baulichkeiten, Kult- und Gebrauchsgegenständen weitreichende Schlüsse ziehen, die die bisher durch die schriftlichen Überlieferungen der Griechen und Römer etablierte Lehrmeinung zum Teil gründlich widerlegte.
Über den Namensgeber der Ausstellung - Hannibal - gibt es keine archäologischen Befunde. Man kennt ihn nur aus der Geschichtsschreibung der Römer und kann daraus seinen Lebensweg von 247 bis 183 v. Chr. verfolgen. Er war zeitweilig der gefeierte Held der Karthager, der den Römern im 2. Punischen Krieg bei seinem legendären Feldzug mit Elefanten über die Alpen empfindliche Niederlagen beibrachte. Aber auch er konnte den Aufstieg der Römer nicht bremsen und starb schließlich auf der ständigen Flucht.
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