Jahresausflug nach Breisach am 26.09.2010
Pünktlich um 8.00 Uhr begann das wieder meisterlich von M. Schimmelpfennig, den Familien Hess und Hemberger unter Assistenz von R. Herzog in Szene gesetzte Ereignis mit dem Römerfrühstück im Stettfelder Römermuseum.
Leider mit Verspätung erreichten wir - wegen vieler Baustellen auf deutscher Seite hauptsächlich über französische Straßen - unser Ziel Breisach. Dank der Umsicht unseres Reiseleiters und den moderaten Abmessungen unseres etwas in die Jahre gekommenen Busses mit gerade noch passender Durchfahrtshöhe konnten wir sogar den Münsterberg "erfahren".
Blick auf die Altstadt von Breisach am Rhein mit Münsterberg (Foto Wikipedia)
Soweit war alles bestens geregelt bis auf die Tatsache, dass immer wieder Regenschauer unseren Weg über den Münsterberg "anfeuchteten".
Nach der Versammlung am St. Stephansmünster begann eine sehr interessante Führung mit einer kenntnisreichen Dame über den Münsterberg, wo uns von den Zeiten der Römer in der Spätantike bis in die Neuzeit anhand vieler Zeitzeugen berichtet wurde. Bedrückend war, wie häufig Breisach seit Römertagen immer wieder zerstört und wieder aufgebaut wurde und als strategisch wichtiger Punkt an der Grenze zwischen Frankreich und deutschen Fürstentümern in kurzen Abständen unter neue Herrscherschaften fiel. Kein Wunder, dass die Breisacher nach dem Ende des 2. Weltkriegs, bei dem Breisach wieder fast vollständig zerstört wurde, als erste in Europa nahezu einstimmig für ein nunmehr einiges und freies Europa votierten.
So sah es bis zum 2. Weltkrieg auf dem Münsterberg aus
Der Besuch im Münster war ein weiterer Höhepunkt: im 12. Jhdt. als romanische Basilika begonnen wurde der Bau über Jahrhunderte erweitert und mit monumentalen Wandgemälden des Malers Martin Schongauer im 15. Jhdt. geschmückt. Auch der Hochaltar ist ein Meisterwerk spätgotischer Schnitzkunst.
Nach dem eindrucksvollen Freilichttheater, das seit 1920 den Breisacher Festspielen Heimstatt ist, haben wir den Radbrunnenturm besucht, der seit dem Mittelalter einen eindrucksvollen Ziehbrunnen mit einem 40m-Schacht beherbergt. Von dort konnte während der wechselvollen Geschichte Breisachs mit Hilfe einer Kettenwinde die Siedlung mit frischem Wasser versorgt werden. Angetrieben wurde die Kette mit einem überdimensionierten Laufrad aus Holz.
Das Laufrad im Radbrunnenturm
Im Hotel "Kapuzinergarten" konnten wir schließlich ein sehr schmackhaftes Menü bei herrlicher Aussicht auf den Kaiserstuhl genießen.
Nach kurzer Fahrt gelangten wir anschließend zur Sektkellerei Geldermann, wo wir eindrucksvoll in die Herstellung von Sekt nach traditioneller Methode (früher méthode champenoise) eingeweiht wurden. Der Weg führte uns bis in die Lagerstollen unter dem Münsterberg, wo der Sekt in Flaschengärung bei konstanter Temperatur reift. Die folgende Verkostung der Endprodukte zeitigte so manches "Ah" oder "Oh", denn es war anscheinend für jeden Geschmack etwas dabei.
In der Sektkellerei
Die Rückfahrt nunmehr ausschließlich auf deutscher Seite verlief angenehm und störungsfrei, so dass wir gegen 21.00 Uhr wieder am Römermuseum in Stettfeld eintrafen.