Tag des offenen Denkmals am 14.09.2008
Führung durch die Ausgrabung der römischen Ziegelei in Stettfeld:
Sie legen Zeugnis ab über ein blühendes Gewerbegebiet – die Ausgrabungen „Im Sand“ zwischen Stettfeld und Weiher. Viele hundert Besucher nutzten am Tag des offenen Denkmals 2008 die Möglichkeit, die Fundamentsteine einer Lagerhalle und die Reste unterschiedlicher Brennöfen als sichtbare Beweise eines römischen Großbetriebs mit eigenen Augen zu sehen.
In drei Gruppen wurden die Interessierten von Mitgliedern des Freundeskreises Römermuseum Stettfeld über das Grabungsgelände geführt. Das Wetter spielte mit und bei strahlendem Sonnenschein konnte die eindrucksvolle Technik der antiken Keramikherstellung besichtigt werden.
Nicht nur Ziegel wurden in der römischen „Fabrik“ gebrannt, auch Gebrauchskeramik, wie Krüge, Töpfe, Teller und Schalen, entstand in der angegliederten Töpferei des nach wie vor geheimnisumwobenen Fabrikanten LPL, dessen Signum auf vielen Fundstücken verewigt ist.
Eine ganze Reihe Funde, zum Teil sogar noch komplett erhalten oder vom Grabungsteam wieder zusammengefügt, lagen für die Besucher zum Ansehen und zum Anfassen bereit. Mit großem Interesse konnten hier Tierspuren auf Ziegelfragmenten untersucht (Hund, Katze, Maus, Wolf, Reh?) und über den Zweck unterschiedlichen Geschirrs sinniert werden.
Da liegt beispielsweise beim Anblick eines überdimensionierten Tellers mit kleinem Rand die Vermutung nahe, dass die römischen Stettfelder schon vor 2000 Jahren Pizza gebacken haben, auch wenn sie damals vielleicht anders genannt wurde.
Den sachkundigen Betreuern vom Freundeskreis Birgit Regner-Kamlah, Michael Schimmelpfennig und Richard Herzog gelang es, die Aufmerksamkeit der Besucher zu fesseln und auf die vielen Fragen stets eine plausible Antwort zu geben. 