Jahresausflug vom 27. – 28.09.2008 nach Xanten

Am Samstag, dem 27. September fuhren wir nach Xanten. Die erste Station war eine fachkundige Führung im „Archäologischen Park Xanten“, vor rund 2000 Jahren die „Colonia Ulpia Traiana“.
Die teils rekonstruierten Bauten von Tempeln, einer römischen Herberge mit Badeanlage bis hin zu einem eindrucksvollen Amphitheater für etwa 10000 Besucher zeigten deutlich, dass die Stadtgründung durch Kaiser Traian um 100 n. Chr. erfolgreich war. In der Blütezeit um 250 n. Chr. war die Colonia mit rund 10000 Einwohnern nach Köln und Trier die drittgrößte römische Stadt nördlich der Alpen. Nachdem die Römer zunächst um 12 v. Chr. auf dem nahegelegenen Fürstenberg ein Kastell, die Castra Vetera, errichtet hatten, wurden Germanen in das Gebiet umgesiedelt, die im 1. Jhdt. n. Chr. die zivile Siedlung begründeten. Nach mehrmaliger Zerstörung und nach Errichtung eines 2. Kastells in der Nachbarschaft wurde sie zur Colonia erhoben. 275 n. Chr. haben Franken die Stadt vollständig zerstört. Um 310 n. Chr. wurde an gleicher Stelle erneut eine, diesmal besonders schwer befestigte Siedlung Tricensimae gegründet, die gleichzeitig als Garnisonsstadt für die Legion XXX Ulpia Victrix diente. Aber auch diese Festung wurde schließlich von den Franken 352 n. Chr. eingenommen. Anschließend dienten die prachtvollen Bauten, für die Naturstein von weit her transportiert worden war, als Baumaterial für die spätere Stadt Xanten, die zum Glück für die heutige Archäologie in der Nachbarschaft der römischen Ruinen entstand.
Die zentrale Thermenanlage war das nächste Ziel. Hier konnten anhand einer eindrucksvoll wiederbelebten Architektur die gewaltigen Ausmaße dieser zentralen Hygiene- und Kommunikationsanlage der Römer studiert werden.
Der nächste Tag wurde zunächst durch den Höhepunkt des römischen Teils der Exkursion geprägt. Das nagelneue Römermuseum war unser erstes Ziel, das wir schon am Vortag als gewaltige Halle, gegründet auf den Original-Fundamenten der ursprünglichen Eingangshalle zu den Thermen, von außen bewundern durften. In eleganter Linienführung geht es im Museum von den germanischen Anfängen der Siedlung stetig bergauf – sowohl körperlich als auch symbolisch gemeint - bis hin zur Spätantike und der ablösenden Frankenzeit. Alle Stationen werden von charakteristischen Funden, audiovisuellen Informationen und besonders eindrucksvoller museumspädagogischer Unterstützung für Kinder und Jugendliche begleitet.
Als Abschluss der Reise war der Besuch des Doms St. Viktor geplant. Der Legende nach war Viktor ein römischer Legionär christlichen Glaubens, der mit 330 Glaubensgenossen im Amphitheater hingerichtet wurde. Über seiner vermuteten Grabstätte wurde im 8. Jhdt. eine Kirche und ein Stift zu seinen Ehren gegründet, die man ad sanctos (bei den Heiligen) nannte. Daraus entwickelte sich der Name Xanctum, später Xanten.
Der Dom selbst wurde zunächst romanisch begonnen und von 1263 bis 1544 gotisch vollendet. Eine Reihe wertvoller Altäre aus gotischer Zeit und sehr ansprechend gestaltete Objekte aus der Nachkriegszeit vermitteln einen hervorragenden Gesamteindruck des Inneren. Zusammen mit dem ringförmig angelegten Stift bilden die sakralen Bauten eine gewaltige Kulisse für den mittelalterlichen Ortskern Xantens.


St. Viktor, der eindrucksvolle Dom in Xanten


Traian, der Gründer der colonia ulpia traiana


Das Amphitheater mit Platz für 10000 Besucher


Das nagelneue Römermuseum und die Schutzbauten der Thermen-Ausgrabungen auf den Grundmauern der römischen Thermen