Philipp Christoph von Sötern Fürstbischof von Speyer und Kurfürst von Trier
Bericht über den Stettfelder Abendvortrag von Ekkehard Zimmermann aus Philippsburg am 11.10.2007:
Philipp Christoph von Sötern zog 1610 als Fürstbischof von Speyer in Udenheim, dem bischöflichen Sitz seit 1371, ein. Als Vertreter der Gegenreformation „lag ihm die Ausbreitung des katholischen Glaubens besonders am Herzen.“ Zum Schutz seiner Residenz begann er 1615, Udenheim zur Festung auszubauen. Er wollte den Katholizismus durch die Einrichtung eines Priesterseminars und die Erhebung der Udenheimer Kirche zur Stiftskirche stärken und sein Land durch Bewaffnung und Miliz gegen protestantische Einflüsse verteidigen. So weit die Geschichtsschreibung.
Doch Ekkehard Zimmermann ging in seinen Ausführungen näher ein auf die Frage, wer Philipp von Sötern wirklich war. Aufgrund seiner Forschungen rund um die Historie seiner Heimatstadt meinte er, von Sötern sei ein maßloser Egoist gewesen, dem alle Mittel recht waren, um seine Machtziele zu erreichen.
Lebendig und kurzweilig skizzierte Zimmermann, wie der 1623 auch zum Kurfürsten von Trier gewählte Fürstbischof von Speyer mit seiner rigiden Steuerpolitik die notwendigen finanziellen Mittel für seine Baupläne beschaffte. 1623 war die Festung in Udenheim fertiggestellt und er nannte seine Stadt fortan Philippsburg.
Sein Machtstreben war so groß, dass er auch Bruchsal stürmen ließ, der Stadt alle Privilegien nahm und sie Philippsburg verlieh.
Erst der Dreißigjährige Krieg stoppte den Aufstieg des Kurfürsten. Umgeben von lauter protestantischen Herrschaftsgebieten, stellte Philipp von Sötern sich und seine Bistümer unter den Schutz Frankreichs und räumte den Franzosen sogar das Besatzungsrecht der Festung Philippsburg ein. Und genau auf diesen Vertrag berief sich Frankreich bei den Besetzungen von Philippsburg im Verlaufe der folgenden 200 Jahre.
Von Sötern wurde 1635 vom Kaiser als Landesverräter für „reichsvogelfrei“ erklärt, verhaftet und für 10 Jahre in Österreich inhaftiert. Philippsburg wurde kurze Zeit schwedisch, dann französisch, dann vom Stadtkommandanten Kaspar Bamberger durch eine List wieder in deutsche Hand gebracht.
1644 wollte der französische König Revanche und nahm die Festung Philippsburg wieder ein, die auch für die nächsten 32 Jahre französisch blieb. Philipp von Sötern kam 1648 aus dem Gefängnis frei und starb 1652 als verbitterter Mann.
1676 gelang dem Deutschen Kaiser nach 8 Wochen Belagerung die Rückeroberung Philippsburgs. 1688 standen die Franzosen jedoch wieder vor den Stadttoren und beriefen sich auf den Vertrag mit von Sötern. Erst 1697 wurde ein Friedensvertrag geschlossen und ein geplündertes Philippsburg ging zurück an Deutschland.