LOPODUNUM - Ladenburg Metropole der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium

Vortrag am 29.03.2006 von Dr. Britta Rabold, Karlsruhe:
Ladenburg ist als großes römisches Oberzentrum Lopodunum durch Ausgrabungen und schriftliche Überlieferung bestätigt. Die Archäologie hat inzwischen auch die von den Römern beeinflusste Entwicklung von einem Neusiedlungsgebiet der Neckarsueben über eine in zwei Stufen erfolgte Befestigung durch römisches Militär hin zu einem eindrucksvollen zivilen Verwaltungszentrum bestätigt.
Um 70 n. Chr. erfolgte die Gründung des sogenannten Kastell II, das aber wenige Jahre später aufgegeben und durch den vicus des anschließend errichteten Kastell I überbaut wurde. Im Kastell I fand man die Spuren einer Reitereinheit, die später durch eine Fußtruppe abgelöst wurde. In nord-südlicher Richtung verlief quer durch das Kastell wie später auch durch die Stadt die römische Fernstraße von Straßburg nach Mainz. Ladenburg war also in der Anfangszeit der rechtsrheinischen Besitznahme durch die Römer ein wichtiger militärischer Brückenkopf, der später Anfang des 2. Jhdts. zugunsten der weiter östlich entstehenden Kastelle und des Limes aufgegeben, als wichtiges Verwaltungszentrum ausgebaut und der zivilen Besiedlung überlassen wurde.
Die sich nun bis etwa Mitte des 3. Jhdts. entwickelnde Stadt wurde von einer imposanten Steinmauer umschlossen. Die Reste zweier großer Foren und einer gewaltigen Basilika deuten auf die besondere Bedeutung des Ortes hin. Neben den typischen Bürgerhäusern wurden sowohl palastartige Repräsentationsgebäude als auch die typischen römischen Bäder, Sakralbauten und ein Theater ausgegraben. Nur ein oder mehrere zusammenhängende Gräberfelder analog zu Heidelberg-Neuenheim konnten bislang nicht gefunden werden.



Anhand eindrucksvoller Bilder von Ausgrabungen und Rekonstruktionen nahm Dr. Rabold ihre fast 50 Besucher mit auf einen Rundgang durch diese Provinzstadt, zu deren Einzugsgebiet auch das römische Stettfeld gehörte. Die Archäologin erläuterte die Ausgrabungen und imposanten Fundstücke und verdeutlichte damit die Dimensionen beispielsweise des Ladenburger Hauptforums mit Basilika. Auch der berühmte Hortfund offensichtlicher Beschläge eines Prunkportals u. a. mit einer wundervollen Apollobüste, Löwenköpfen, kunstvoll verzierten Türklopfern und Schlossblechen stammt aus Ladenburg und beweist den damaligen Stellenwert der Stadt.