Jahresausflug am 12.10.2003 nach Heitersheim und Badenweiler
Am 12.Oktober begaben sich die Römerfreunde wieder auf Fahrt. Ziel der diesjährigen Exkursion waren Heitersheim und Badenweiler.
In Heitersheim wurde an Hand der sogenannten „villa urbana“ mit Interesse verfolgt, wie die Archäologen und Geschichtswissenschaftler phantasievoll die Gebäude eines feudalen römischen Landsitzes nach italischem Muster in einem Modell erstehen ließen. Die originalen Grundmauern werden von einem architektonisch interessanten Stahl-Glas-Schutzbau überwölbt. Das dadurch entstandene lichtdurchflutete Gebäude dient sowohl als römisches Museum als auch anderen kulturellen Zwecken.
Eine kundige Führerin durch die Anlage wusste interessante Einzelheiten über die Entdeckung und Ausgrabung dieser römischen Villa zu berichten. Während des Zeitraums von etwa 50 bis 260 n. Chr. hat es offensichtlich drei Anlagen nacheinander gegeben – eine prachtvoller als die andere. Zunächst errichtete reine Holzbauten wurden durch Fachwerk abgelöst. Der letzte Ausbau begann Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. und erreichte gegen Ende des 2. Jahrhunderts eine Gesamtfläche von rund 3000 m2. Es ist noch längst nicht alles ausgegraben, was durch Luftbildarchäologie entdeckt und unter dem benachbarten Malteserschloss vermutet wird. Vor allem der reine Wirtschaftsteil (pars rustica) ragt in den Bereich der Malteseranlagen und wird damit wohl nicht so bald zugänglich.
Nachmittags wurden dann die römischen Badruinen in Badenweiler besucht. Das römische Bad, das größte seiner Art auf der rechtsrheinischen Seite, liegt inmitten des Kurviertels, nur wenige Meter vom heutigen Thermalbad entfernt. Die gleiche Quelle, die einst das antike Bad speiste, versorgt auch heute das moderne Bad. Mit Recht ist die Gemeinde auf eine fast 2000 jährige Badetradition stolz. Seit einigen Jahren sind die römischen Mauern durch eine Glas-Stahl-Konstruktion geschützt. Der Gegensatz zwischen Moderne und Antike macht den Besuch der römischen Badruine dadurch noch reizvoller. Auch hier wurden die Römerfreunde von kompetenten Führern durch die Anlage geleitet.
Vor einigen Jahren wurde ein übermannshoher Drainagekanal rund um die Therme entdeckt und begehbar gemacht. Einerseits diente die Anlage dazu, das Oberflächenwasser nach starken Regengüssen zu sammeln und unterhalb der Badeanlage ohne Gefahr für die Therme abzuleiten. Andererseits wurden wohl auch die Badebecken zu Reinigungszwecken in diesen Kanal entleert. Der Gang durch den bis 3,40m hohen und ca. 150m langen römischen Abwasserkanal bildete den krönenden Abschluss des Besuches in Badenweiler. Die hervorragenden Leistungen der römischen Baumeister nötigten allen Besuchern wieder mal großen Respekt ab.