+++ Hinweis +++ Verlängerung - Die PLAYMOBIL-Sonderausstellung - Ein Lächeln zu Gast - kann im Römermuseum Stettfeld noch bis 30. April 2019 besucht und entdeckt werden +++

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Eisen, Öfen, Mosaike. Ein Ausflug in die römische Nordpfalz


m frühen Morgen des 07.10. trafen sich fast 40 Römerfreunde am Stettfelder Löwenplatz zum Jahresausflug; erstes Ziel sollte dabei Eisenberg sein. Nach dem traditionellen Römerfrühstück gut gestärkt, begann der kulturelle Teil mit einem Bildvortrag über die römische Geschichte des Ortes. Schon seit den ersten Tagen der Okkupation besiedelt, blühte der Vicus durch seine Klebsandlager und Funde feuerfesten Tones zu einem wichtigen Industrieort mit Eisenverarbeitung auf. Rennofenfunde und Schlackeschichten von bis zu 5 Meter Mächtigkeit zeugen auch heute noch davon. Nach den Zerstörungen des 3. Jahrhunderts wurde unter Kaiser Valentinian in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein Burgus (Kleinfestung) erbaut, der nach Aussage von Funden sogar noch bis in die Zeit nach 500 besetzt gewesen sein soll. Ganz nebenbei erfuhren wir auch von den fast seit antiken Zeiten herrührenden Streitereien und Utzereien zwischen Hettenleidelheimern und Eisenbergern, bei denen es sich meist um die Nutzungsrechte an den erwähnten Bodenschätzen drehte. Eine Besichtigung der Ausgrabungsstätten mit gut erhaltenen Häuserresten und modernen experimentellen Nachbauten der römischen Rennöfen rundeten den ersten Ausflugsteil ab.

Nach dem Mittagessen, welches uns mit ordentlichen Portionen und einem gut aufgelegten und schlagfertigen Wirt beglückte, ging es dann nach Bad Kreuznach weiter. Hier besichtigten wir die große römische Prachtvilla, bestehend aus einem palastartigen Haupthaus und mehreren, teilweise noch unerforschten Nebengebäuden. Höhepunkte waren dabei das berühmte Gladiatorenmosaik und das Oceanusmosaik mit der Darstellung des Meeresgottes und einer reichen Mittelmeerfauna. Interessant war, dass sich hier auch der Mosaikleger bildlich und schriftlich verewigte. Wasserspiele, Bodenheizungen, Toiletten mit fließendem Wasser, Wandmalereien und wertvolle Steinbeläge aus allen Ecken des römischen Reiches verdeutlichten den Reichtum des Besitzers der Villa. Tief beeindruckt von dieser Pracht – aber auch von der schönen Anlage, in die die antiken Bauten heute eingebettet sind, machten wir uns wieder auf den Rückweg in heimische Gefilde. Erneut ging der Dank des Vorsitzenden Helmut Dörflinger an das Ehepaar Hess für die Organisation des traditionellen Römerfrühstücks und wie immer sind wir schon gespannt, wohin uns der nächstjährige Ausflug führen wird.