Stettfelder Abendvorträge 2025/26

Der Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V. möchte auf dieser Seite auf eine in der Region bekannte und beliebte Institution - die Stettfelder Abendvorträge in 2025/26 - aufmerksam machen. Nachfolgend ein Überblick über die Vorträge in 2025/26.

Das Frankfurter Silberamulett mit christl. Inschrift und die Römerstadt Nida

Referent/in:   Prof. Dr. Markus Scholz, Frankfurt
Zeit: 19 Uhr
Ort: Alte Kelter, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt
Eintritt: 4 €, Schüler & Studenten 2€
Veranstalter:   Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V.

Die sog. Frankfurter Silberinschrift im Kontext und die Anfänge des Christentums nördlich der Alpen

Das Gräberfeld "Heilmannstraße“ ist die späteste Nekropole der römischen civitas-Hauptstadt Nida (Frankfurt-Heddernheim). In den Jahren 2017-2018 untersuchte das Denkmalamt Frankfurt dort insgesamt 127 Bestattungen, darunter 113 Körpergräber aus dem 3. Jahrhundert, die Peter Fasold am Archäologischen Museum Frankfurt ausgewertet hat. Ein etwa 40 Jahre alter Mann, der zwischen ca. 230 und 260/70 n. Chr. starb, war mit einer silbernen Amulettkapsel um den Hals bestattet worden. Das darin eingerollte Silberblech war so fragil, dass eine physische Entrollung nicht in Frage kam. Dies gelang erst im Jahr 2024 am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz mit digitalen Methoden. Die dadurch sicht- und entzifferbar gewordene lateinische Handschrift offenbart eine handfeste Überraschung: der 18 Zeilen lange Text enthält eine rein christliche Botschaft ohne synkretistische Elemente, die neue Fragen zum frühen Christentum aufwirft. Das macht sie einzigartig. Es handelt sich um das bisher früheste authentische Zeugnis für Christentum nördlich der Alpen.

Kooperationspartner:

Denkmalamt der Stadt Frankfurt a. M.

Archäologisches Museum Frankfurt a. M.

Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Silberne Schriftrolle M1 zu 1. (Bildrechte: Prof. Dr. Markus Scholz, Frankfurt).

Herkulanische Papyri und neue Bildgebungstechniken (Lesbarmachung karbonisierter Papyrusrollen)

Referent/in:   Dr. Kilian Fleischer, Privatdozent, Tübingen
Zeit: 19.45 Uhr
Ort: Alte Kelter, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt
Eintritt: 4 €, Schüler & Studenten 2 €
Veranstalter:   Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V.

In den letzten Jahren hat die Anwendung von Hightech-Bildgebungsverfahren an den beim Vesuvausbruch karbonisierten Papyri aus Herkulaneum die Forschung geradezu revolutioniert. Neue antike Texte kommen zum Vorschein und schon in naher Zukunft dürften hunderte, noch niemals geöffnete Papyrusrollen virtuell aufgewickelt werden. PD Dr. Kilian Fleischer (Universität Tübingen) gibt Einblicke in seine Forschung und spricht über die Entdeckung der Rollen, ihren Inhalt, jüngste Durchbrüche sowie über aktuelle technische Entwicklungen beim virtual unrolling.

Verkohlter Papyrus im Laserlicht (Bildrechte: gemeinfrei bzw. privat)
Gesamtansicht von Herculaneum (Bildrechte: gemeinfrei bzw. privat)