Stettfelder Abendvorträge 2025/26

Der Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V. möchte auf dieser Seite auf eine in der Region bekannte und beliebte Institution - die Stettfelder Abendvorträge in 2025/26 - aufmerksam machen. Nachfolgend ein Überblick über die Vorträge in 2025/26.

Neues aus dem römischen Heidelberg - die Grabungen 2024 im Kastellbad und Gräberfeld von HD-Neuenheim

Referent/in:   Sarah Roth M.A. Karlsruhe
Zeit: 19.45 Uhr
Ort: Alte Kelter, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt
Eintritt: 4 €, Schüler & Studenten 2€
Veranstalter:   Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V.

Mit rund 1.400 Brand- und Körperbestattungen ist das römische Gräberfeld von Heidelberg-Neuenheim das größte, das bislang in Baden-Württemberg entdeckt wurde. In den Jahren 1951 bis 1969 wurde es bereits flächig untersucht. Anlässlich eines Neubaus des deutschen Krebsforschungszentrums wurde die Stelle mit der dichtesten Gräberbelegung im Herbst 2024 erneut in den Blick genommen: Die archäologische Nachuntersuchung ergab weitere Brand- und Körperbestattungen aus dem 1.-3. Jahrhundert n. Chr. Sie bieten Anlass, die vielfältigen Aussagen der Gräber zu Demographie und Bestattungssitten dieser Zeit in den Blick zu nehmen.

Gleichzeitig fand im Herbst 2024 knapp 300 m entfernt eine zweite Rettungsgrabung an dem römischen Kastellbad von Heidelberg statt. Obwohl die Ruine mehrfach geplündert und überprägt wurde, beeindrucken die Mächtigkeit und Bauqualität ihrer Fundamente! Umbauphasen und wiederverwendeten Militärziegel lassen die bewegte Baugeschichte des Gebäudes erkennen.

Sarah Roth M.A., Fachreferentin für Provinzialrömische Archäologie beim Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Karlsruhe, stellt das römische Heidelberg vor uns gibt Einblick in die neusten Rettungsgrabungen.

Bestattung aus dem Heidelberger Gräberfeld (Bildrechte: Landesdenkmalamt BW/ Sarah Roth).

Das Frankfurter Silberamulett mit christl. Inschrift und die Römerstadt Nida

Referent/in:   Prof. Dr. Markus Scholz, Frankfurt
Zeit: 19 Uhr
Ort: Alte Kelter, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt
Eintritt: 4 €, Schüler & Studenten 2€
Veranstalter:   Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V.

Die sog. Frankfurter Silberinschrift im Kontext und die Anfänge des Christentums nördlich der Alpen

Das Gräberfeld "Heilmannstraße“ ist die späteste Nekropole der römischen civitas-Hauptstadt Nida (Frankfurt-Heddernheim). In den Jahren 2017-2018 untersuchte das Denkmalamt Frankfurt dort insgesamt 127 Bestattungen, darunter 113 Körpergräber aus dem 3. Jahrhundert, die Peter Fasold am Archäologischen Museum Frankfurt ausgewertet hat. Ein etwa 40 Jahre alter Mann, der zwischen ca. 230 und 260/70 n. Chr. starb, war mit einer silbernen Amulettkapsel um den Hals bestattet worden. Das darin eingerollte Silberblech war so fragil, dass eine physische Entrollung nicht in Frage kam. Dies gelang erst im Jahr 2024 am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz mit digitalen Methoden. Die dadurch sicht- und entzifferbar gewordene lateinische Handschrift offenbart eine handfeste Überraschung: der 18 Zeilen lange Text enthält eine rein christliche Botschaft ohne synkretistische Elemente, die neue Fragen zum frühen Christentum aufwirft. Das macht sie einzigartig. Es handelt sich um das bisher früheste authentische Zeugnis für Christentum nördlich der Alpen.

Kooperationspartner:

Denkmalamt der Stadt Frankfurt a. M.

Archäologisches Museum Frankfurt a. M.

Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Silberne Schriftrolle M1 zu 1. (Bildrechte: Prof. Dr. Markus Scholz, Frankfurt).

Herkulanische Papyri und neue Bildgebungstechniken (Lesbarmachung karbonisierter Papyrusrollen)

Referent/in:   Dr. Kilian Fleischer, Privatdozent, Tübingen
Zeit: 19.45 Uhr
Ort: Alte Kelter, Obere Straße 11, 76698 Ubstadt
Eintritt: 4 €, Schüler & Studenten 2 €
Veranstalter:   Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e.V.

In den letzten Jahren hat die Anwendung von Hightech-Bildgebungsverfahren an den beim Vesuvausbruch karbonisierten Papyri aus Herkulaneum die Forschung geradezu revolutioniert. Neue antike Texte kommen zum Vorschein und schon in naher Zukunft dürften hunderte, noch niemals geöffnete Papyrusrollen virtuell aufgewickelt werden. PD Dr. Kilian Fleischer (Universität Tübingen) gibt Einblicke in seine Forschung und spricht über die Entdeckung der Rollen, ihren Inhalt, jüngste Durchbrüche sowie über aktuelle technische Entwicklungen beim virtual unrolling.

Verkohlter Papyrus im Laserlicht (Bildrechte: gemeinfrei bzw. privat)
Gesamtansicht von Herculaneum (Bildrechte: gemeinfrei bzw. privat)